Veränderungen
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Veränderungen

Glaubt man, dass man sein Leben fest in der Hand hat, wird man immer, wenn man es am wenigsten erwartet, mit neuen Veränderungen konfrontiert.

Man wird vor Schicksalseinschläge gestellt, die einen unvorbereitet treffen – eine auftretende Krankheit oder Entscheidungen anderer. Dinge die außerhalb der eigenen Kontrolle liegen, fordern einen heraus. Sie testen, wie schnell man sich aus der Bahn werfen lässt, wie flexibel und belastbar man wirklich ist. Dabei können es auch kleinste Veränderungen in dem Leben der engsten Freunde oder Familienmitglieder sein, die für einen selbst, aber die Welt verändern. Dinge, die andere glücklich machen, machen dich das zwangsläufig nicht auch.

So gehen unwillkürliche Wendungen oft mit einem Verlustgefühl einher. Und das meiste entzieht sich einem jeglicher Kontrolle. So heißt es immer wieder über kleinere und größere Steine stolpern, die einem von allen Seiten in den Weg gelegt werden.

Doch da gibt es auch noch diesen Bruchteil von Veränderung, der in der eigenen Hand liegt. So wird man auch immer wieder vor aktive Entscheidungen gestellt, die das Leben in tausend verschiedene Richtungen ändern können. Sei es der Ort, in den man zieht, der Beruf, den man wählt oder der nächste Urlaub, den man plant. Kleinste Entscheidungen, können die größten Folgen mit sich bringen. Meistens hat man aber keinen blassen Schimmer, wie beispielsweise die Entscheidung nach England zu fliegen, einen für immer verändern wird.

Viel herausfordernder sind die vermeintlich großen Entscheidungen wie die passende Berufswahl. Dabei haben die wenigsten einen festen Plan vor Augen. Da sind tausend Möglichkeiten und keine erscheint auf den ersten Blick, die Richtige zu sein. Viel mehr erscheint einem die Zukunft wie ein bis zum Horizont erstreckendes Meer, bei dem man nie gelernt hat, wie es zu überqueren ist. So setzt man einen wackligen Schritt vor den Nächsten, trifft eine unsichere Entscheidung nach der Anderen und überraschenderweise führt der Weg – egal wie ziellos und unsicher er anfangs eingeschlagen wurde, immer wohin.

Wieder fällt einem aber erst rückblickend auf, dass man tatsächlich angekommen ist. Dass sich die undurchsichtige Wolkendecke gelichtet und der Weg im Nachhinein ganz klar erscheint. Dass schlechte genauso wie gute Entscheidungen einen zu der Person gemacht haben, die man heute ist und dass man es sich gar nicht mehr anders hätte vorstellen können.

Veränderungen sind im Leben also unausweichlich und doch nimmt man sie nicht immer gerne hin. Sie können sich auf leisen Füßen einschleichen, aktiv herbeigeführt werden, genauso wie einen unvorbereitet treffen und das ganze Leben umkrempeln. Ein Leben, das einen, wenn man glaubt es verstanden zu haben, immer vor neue Herausforderungen stellt. Austestet, wie leicht man sich von seinem Ziel abbringen lässt. So heißt es immer wieder über kleinere und größere Steine stolpern und mit aufgeschlagenen Knien versuchen wieder aufzustehen. Das gelingt manchmal leichter und manchmal schwerer.

So schwer Veränderungen einen auch treffen mögen, sind sie aber auch oft eine Chance seinem Leben eine spannende Wendung zu geben und dazu zu lernen. Stärker zu werden. Doch diese Chancen sind meistens nicht sofort erkennbar. Viel mehr weiß man erst hinterher, dass die zuvor ungewollte Veränderung einen vor ganz neue Türen gestellt hat. Dass man durch sie ganz besondere Menschen kennengelernt hat, die man jetzt nicht mehr aus seinem Leben missen will. Dass man durch sie eine bessere und klügere Version seiner selbst geworden ist. Doch der Weg hin zu solch einer Erkenntnis ist nie einfach oder gewiss.

Und selbst mit diesem hoffnungsvollen Ausblick auf die Zukunft, dass sich alles genauso fügen wird, wie es sein soll, treffen mich Veränderungen noch immer und andauernd. Es fällt mir schwer sie hinzunehmen und mit ihnen umzugehen. Sie kratzen an meinem Durchhaltevermögen und blockieren meine Pläne. Sich Zeit zu nehmen, um sich besser mit einer unwillkürlichen Veränderung vertraut zu machen, hilft dabei, sie besser akzeptieren zu können. Doch die Zeit dafür hat man nicht immer. Hat man sich gerade arrangiert, bringt einen die nächste Herausforderung aus dem Gleichgewicht. Manchmal ist das Leben schneller als man selbst. Und das kann einen auf Dauer so überfordern, dass ab einem gewissen Punkt gar nichts mehr geht.

Deshalb ist es umso wichtiger die aktiven Entscheidungen, die man tatsächlich in der eigenen Hand hat, für sich zu nutzen. Sein Leben damit so zu verändern, dass es sich richtig für einen selbst anfühlt und man sich wieder besser fühlen kann. Denn nur so kann man wieder in ein Gleichgewicht gelangen, das es schafft die unvorhersehbare Veränderungen aufzufangen, ohne das man anfängt zu straucheln. So können sich anfangs für negativ empfundene Veränderungen in etwas Positives verwandeln. Man ist sogar wieder bereit für sie und kann sie als Lektion hinnehmen, die einen nur noch stärker und gefasster machen.

Denn letztendlich sind es Veränderungen, die dem Leben seinen Reiz geben.  

3 Kommentare

  • Sabine

    Wow, schön dass es dich gibt.

    Das Leben ist und bleibt spannend. Es gibt Höhen und Tiefen. Und die Kunst ist es, den Mut zu finden, wieder aufzustehen, sich abzuklopfen und weiter zu gehen. Ich bin dankbar für jeden Menschen, der das auch so sieht und so mutig ist, das Leben zu leben. Denn dafür sind wir da.
    Ich bin sehr gespannt, was du noch alles mit uns teilen willst.

    Fühl dich von Herzen gedrückt.
    Liebe Grüße
    Sabine

  • Beate

    Mit deinen jungen Jahren hast du das Leben bereits völlig verstanden. Ich war sehr beeindruckt beim Lesen deiner Gedanken.
    „Wer sich nicht verändert, hat nicht gelebt“
    Mach weiter so Julie!
    Beate.

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