Wildblumen Slowakei
Abenteuer,  Roadtrip durch Europa

Wandern ab vom Pfad in der Slowakei

Tag 3

4.August.2020 (Dienstag)

Ziemlich verschlafen wachten alle an diesem Morgen nach einem späten gestrigen Abend auf. Über Nacht hatte es geregnet und wenn man nicht aus dem Fenster sah, konnte einem das Rauschen des Flusses neben unserem Haus jetzt noch weiß machen, dass es immer noch regnete. An diesem Morgen hieß es erstmal Feuer machen, um das Haus aufzuheizen und Kaffee kochen. Doch nachdem Frühstück kam auch schon die Frage auf, was wir mit dem heutigen Tag anfangen wollten.

Doch zunächst einmal…

Warum sind wir ausgerechnet in der Slowakei?

Diese Frage stellen sich vielleicht viele von euch. Warum sind wir nicht in Länder wie Italien, Frankreich oder Dänemark gefahren? Länder, die man eben gut kennt. Warum geht unsere Route Richtung Osteuropa? Die Antwort lässt sich ganz einfach auf eine Gegenfrage finden. Was weißt du über ein Land wie die Slowakei?

Wahrscheinlich fällt die Antwort darauf ziemlich kurz aus – eben nicht viel. Wenn wir an Europa denken, fallen uns innerhalb von Sekunden Ländern ein, wie die zuvor genannten. Damit eingeschlossen sind vor allem unsere Nachbarländer und alle anderen klassischen Urlaubsziele, wie die Alpen oder das Mittelmeer. Länder wie die Slowakei oder Slowenien übersieht man dabei schnell auf der Karte.

Doch seit mir diese Länder aufgefallen sind, sind sie mir nicht mehr aus dem Kopf gegangen. Wie kann es sein, dass ich rein gar nichts über ihre Sprache, Kultur und Landschaft weiß? Geschweige denn, dass wir jemals im Geografie Unterricht über sie gesprochen hätten. Auf einmal kam mir meine Ansicht auf Europa lächerlich beschränkt vor, wo ich doch einen wichtigen Teil von unserem Kontinent unwissentlich einfach ignoriert hatte.

Und damit kam die Idee unsere Route in eben solche Länder zu legen, um sie endlich zu sehen und kennenzulernen und unserer eingeschränkten Mitteleuropäischen Wahrnehmung eines Besseren zu belehren.

Das bringt uns wieder in unsere kleine Waldhütte mitten in der Slowakei zurück Ein Land, dass wir unbedingt noch genauer erkunden wollten…

Eine Wanderung, die keinem Ziel folgte

Ein Blick auf den Wetterbericht verriet uns, dass wir uns bald losmachen sollten, wenn wir nicht mit ein paar Gewitterwolken aneinandergeraten wollten. Den Tag zuvor hatten wir unseren Gastgeber nach Wanderwegen gefragt und er hatte uns auf welche nicht weit von unserem Haus verwiesen.

Also ging es um kurz vor zwölf Uhr los und wir stiefelten von unserem Haus über den kleinen Feldweg zurück zur Landstraße wo wir links und wieder links gehen sollten, um auf die Wanderwege zu kommen. Schließlich fanden wir einen Weg, der einen Hügel hinaufführte und durch mehrere Schilder ausgewiesen war. Doch wusste niemand etwas mit den Zielen anzufangen und so folgten wir ihm einfach immer weiter bergauf.

Dabei hatten wir Ausblick auf unseren Ort Veľká Franková und die hügelige Landschaft in der wir uns befanden. Als der Weg dann in einen Wald hineinführte und ohne Aussicht einfach immer weiter verlief, wurde uns irgendwann klar, dass er wohl nicht auf einen Aussichtspunkt hinauslaufen würde.

Also nahmen wir Google Maps zur Hilfe und suchten nach möglichen Abzweigungen, um auf die rechte Seite des Hügels zu gelangen, wo wir hofften einen Blick auf das Tatra Gebirge erhaschen zu können. Der so gefundene „Weg“ auf Google Maps entpuppte sich schließlich als von Gestrüpp nur so überwuchert. Trotzdem schlugen wir ihn tapfer ein und entdeckten ein paar Schritte später eine alte offenstehende Hütte, die gleichermaßen gruselig wie interessant aussah. Also schlugen wir uns weiter durch Brennnesseln und Disteln, um uns das Ganze aus der Nähe anzusehen.

alte Hütte Slowakei

Als wir die lehrstehende Hütte ausgekundschaftet hatten, war uns mittlerweile klar, dass es keinen Sinn machen würde unseren „Weg“ weiter zu folgen und wir schlugen den entgegengesetzten Pfad ein, der tatsächlich nach einer Weile sehr viel begehbarer wurde.

Irgendwann führte uns dieser Weg auf eine große Weide auf der wir uns nieder ließen und doch noch ein bisschen Aussicht auf das Tatra Gebirge, aber auch auf die andere hügelige Seite unseres Ortes hatten. Ein schöner Ort – den wir da so abseits vom eigentlichen Wanderweg gefunden hatten.

Den Rückweg liefen wir dementsprechend auch nicht mehr auf dem eigentlichen Weg zurück, sondern gingen einfach über die Wiese immer bergab, bis wir uns tatsächlich in Nähe unseres Startpunktes wiederfanden. Von da aus ging es wieder zurück ins Haus, wo die einen Yoga praktizierten, während die anderen die Sauna aufheizten.

Damit brach dann auch schon unser letzter Abend in unserem gemütlichen kleinen Haus an. Wieder gab es ein leckeres selbstgekochtes Essen – diesmal Nudeln, mit Pilzen und Tomatensoße und abschließend noch eine Pokerrunde, bei der ich nach einer finalen Runde den Titel „Meister des Glückspiels“ gewann.

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